Die Geschichte der Feuerwehr Gabsheim
Aus der Festschrift zum 125-j√§hrigen Jubil√§um im Jahre 2007  -  von C. Geier, S. Kratz
 


Das Element "Feuer" war schon immer ein wichtiger Bestandteil der Menschheit. So groß sein Nutzen auch ist, so groß ist auch die Gefahr, die von ihm ausgeht. Schon Friedrich Schiller formulierte in seinem Lied von der Glocke:

" Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt bewacht. Doch wehe wenn die Himmelsmacht den Fesseln sich entrafft. "

Seit Menschen sich in Gruppen, Dörfern und Städten zusammenschlossen, gehören Feuer- und Brandschutz zu einem wichtigen Bestandteil des gemeinschaftlichen Zusammenlebens.

Im Jahre 767 wird Gabsheim erstmals in einer Urkunde des Klosters Lorsch erw√§hnt. Giselbertus aus dem fr√§nkischen " Geisbotesheim" (Gabsheim) schenkte dem Kloster drei Morgen √Ącker und Weinberge. Im Jahre 768 bestieg Karl der Gro√üe den Thron. Er regierte bis 814 und war mit Kaiserin Hildegard verheiratet, welche eine m√ľtterliche Freundschaft zur Heiligen Lioba aus dem benachbarten Scoronisheim, dem heutigen Schornsheim, pflegte. Karl der Gro√üe erlie√ü w√§hrend seiner Amtszeit eine Verf√ľgung, in der festgehalten wurde, dass auf jedem Hof Feuerwachen eingeteilt werden m√ľssen, da bei den H√§usern mit Strohd√§chern und den Fachwerkh√§usern aus Holzkonstruktionen gro√üe Feuergefahr best√ľnde. Angesichts dieser historischen Tatsache kann man sagen, dass der Brandschutz in der Gemeinde bereits seit mehr als 1200 Jahren verankert ist.

In der Zeit der franz√∂sischen Besatzung, w√§hrend der Gabsheim zum Kanton W√∂rrstadt und dieser wiederum zum Departement Donnersberg z√§hlte, erlie√ü der franz√∂sische Pr√§fekt einen Beschluss, ".... wonach es Pflicht der √∂ffentlichen Verwaltung ist, die in ihrer Gewalt liegenden Vorkehrungsmittel gegen solche durch Zufall veranlassten Feuersbr√ľnste, die in dem hiesigen Departement h√§ufig geworden sind, so lange anzuwenden, bis die Regierung in ihrer Sorgfalt eigene Ma√üregeln √ľber diesen wichtigen Gegenstand wird getroffen haben".

Es liegt eine Übersichtsliste vom 25. Dezember 1819 vor, in welcher festgehalten wurde, dass sich zum damaligen Zeitpunkt 85 Feuereimer, zwei Leitern und drei Hacken im Besitz der Gemeinde befanden. Bis zum Jahre 1822 erhöhte sich die Zahl der Löscheimer auf 90, wobei die Zahl von 1 00 Eimern, deren Anschaffung zwar 1820 beschlossen wurde, nie erreicht wurde, da die nötigen Gelder fehlten.

In einem Schreiben vom 20. September 1839 an das Großherzogliche Kreisamt in Alzey, fordert der damalige Ortsvorsteher Grode die Anschaffung einer neuen Feuerleiter. Die alte Feuerleiter befinde sich in einem Zustand, so Grode, der eine ordnungsgemäße Wiederherstellung nicht mehr ermögliche.

Aus dem Jahre 1840 ist noch eine .Feuerlösch-Ordnung" vorhanden, wonach der
,,1.Dirigent des Ganzen der Gro√üherzogliche B√ľrgermeister, im Falle er verhindert w√§re, der Gro√üherzogliehe Beigeordnete sei".

Einen Brand am 20. und 21. September 1850 nahm die Gro√üherzogliche Regierungskommission des Regierungsbezirks Mainz zum Anlass, an den Gabsheimer B√ľrgermeister zu schreiben und zur Stellungnahme aufzufordern, ob und mit welchen Mitteln die Gemeinde Gabsheim sich eine Feuerspritze anschaffen k√∂nne. Die Gemeinde bezog in einem Schreiben vom 04. November 1850 Stellung und verdeutlichte, dass es f√ľr die Gemeinde finanziell sehr schwierig sei, eine solche Spritze anzuschaffen, da zur Unterstellung auch ein Spritzenhaus von N√∂ten sei.

Die Großherzogliche Regierungskommission forderte daraufhin die Gemeinde auf, die Spritze anzuschaffen, da sie äußerst notwendig sei. Die Gemeinde solle die Spritze durch finanzielle Umlagen nach und nach in ihren Besitz bringen.

Wie schwierig diese Finanzierung f√ľr die Gemeinde war, beweist ein Schriftst√ľck vom 23. Dezember 1856. Erst zu diesem Zeitpunkt war es f√ľr die Gemeinde m√∂glich, die geforderte Spritze anzuschaffen, da erst am gleichen Tag ein Kostenvoranschlag und eine Beschreibung der Feuerspritze f√ľr die Ortsgemeinde vorlagen.

Die Spritze konnte im darauf folgenden Jahr endlich in den Dienst der Gemeinde gestellt werden.

Der Branddirektor der Mainzer Feuerwehr erstellte am 19. April 1859 ein Gutachten √ľber die Leistungen der Spritze.

"Anleitung zur Errichtung der Pflichtfeuerwehr bzw. der H√ľlfsgemeinschaft der freiwilligen Feuerwehr", so hei√üt es In einem Dokument aus dem Jahre 1882, welches sogleich d Gr√ľndungsjahr der Gabsheimer Feuerwehr belegt.

13 Jahre später, im Jahre 1895, zählte Gabsheim 638 Einwohner. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Feuerwehr aus133 aktiven Mitgliedern, einschließlich der Chargen und der Signalisten. Acht Wehrleute waren als Steiger ausgebildet

Diese Zahlen sind dem Bericht des damaligen Landesverbandes hessischer Feuerwehren √ľber das Feuerl√∂schwesen zu entnehmen.

Dar√ľber hinaus weist der Bericht darauf hin, dass die Gabsheimer Wehr unter der Leitung des damaligen Kommandanten und Landwirtes, Johann Kreel, √ľber keinerlei Uniformen, Helme und M√ľtzen verf√ľgte.
Außerdem waren Fachliteratur, Tragbahren, Verbandstaschen und Sanitätskästen ebenso wenig vorhanden, wie die fachgerechte Ausbildung der Wehrleute im Sanitätsdienst.

An dieser Stelle muss man darauf hinweisen, dass der Gabsheimer Wehr Zusch√ľsse sowohl von der Landesfeuerl√∂schkasse als auch von anderer Seite verwehrt blieben.

Von 1891 bis 1895 wurden von der Gemeinde 500 Mark f√ľr das Feuerwehrwesen ausgegeben.

Am 18. Februar 1911 berichtete der Kreisfeuerwehrinspektor Schmuck vom Gro√üherzoglichen Kreisamt Oppenheim √ľber eine von ihm durchgef√ľhrte Inspektion der Feuerl√∂scheinrichtungen der Ortsgemeinde Gabsheim.
Sechzig Meter Schlauch sollten laut Schmuck auf der großen Spritze unte
rgebracht werden, der Rest auf dem Hydrantenwagen. Vorhanden waren zu diesem Zeitpunkt 270 Meter Normal-Schlauch und 30 Meter f√ľr die kleine Spritze, 45 Zinkeimer und 4 Petroleumfackeln. Beide Spritzen seien gebrauchsfertig und ansonsten sei alles in Ordnung, so Schmuck am Ende seines Berichtes.

1932 wurde die Freiwillige Feuerwehr unter der Leitung ihres ersten Kommandanten Anton Kratz gegr√ľndet. Johann Illy fungierte als Stellvertreter. Johann Kratz wurde zum ersten Zeugwart ernannt. Johann Janzer wurde 1935 zur Feuerwehr- Fachschule nach Mainz geschickt und 1936 nach bestandener Abschlusspr√ľfung vom damaligen Kreisamt Oppenheim zum Abteilungsleiter ernannt. Im Dezember 1936 trat er das Amt des 2.Wehrleiters an.

 

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FW Gabsheim 1933 k
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Die Feuerwehr Gabsheim bei einem Umzug in Oppenheim im Jahre 1932.

 

 


1937 erhielt die Wehr vom damaligen Kreisbrandinspektor Werner Nierstein bei einer Inspektion die Note "SEHR GUT". Dies lag vor allem an der ausgezeichneten Ausbildung der Wehrleute.

Am 20. Mai 1938 beteiligte sich die Freiwillige Feuerwehr Gabsheim am Kreisfeuerwehrtag in Nieder-Olm. Im gleichen Jahr unternahmen die Kameraden den ersten gemeinsamen Ausflug nach Frankfurt/Main und besichtigten den Tiergarten, den Palmengarten, den Römer und den Flughafen.

Dann kam der zweite Weltkrieg und viele Wehrm√§nner mussten in den Krieg. Nun wurden auch weibliche Personen, wie in den Protokollb√ľchern vermerkt, zum Wehrdienst herangezogen, da es an Wehrm√§nnern fehlte. In der Kriegszeit von 1939 - 1945 musste die Gabsheimer Wehr den Verlust von 15 aktiven Wehrleuten schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Gegen Kriegsende wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Gabsheim zur Brandbek√§mpfung in die durch Luftangriffe zum gr√∂√üten Teil zerst√∂rte Stadt Mainz abberufen.

Nach Kriegsende bedurfte es einer Genehmigung der damaligen franz√∂sischen Milit√§rregierung, um eine Freiwillige Feuerwehr aufzustellen. Am 29. M√§rz 1957 konnte unter der Leitung des neuen und alten Kommandanten Johann Janzer die Freiwillige Feuerwehr Gabsheim wieder gegr√ľndet werden, ihm zur Seite stand eine zwanzig Mann starke Truppe.

Um die Wehr besser auszur√ľsten wurden auch f√∂rdernde Mitglieder. aufgenommen. Der erste Kommandant und Mitbegr√ľnder der Freiwilligen Feuerwehr von 1933, Anton Kratz, wurde zum Ehrenkommandanten der Wehr ernannt.
Stellvertretender Wehrf√ľhrer wurde Georg Kreel.

Einer Niederschrift vom 12. Mai 1961 ist zu entnehmen, dass die Freiwillige Feuerwehr 62 zahlende und damit fördernde Mitglieder zu verzeichnen hatte.

Am 15. Juni 1961 wurde Toni Kratz zum Wehrf√ľhrer ernannt. Im selben Jahr konnte in Neuwied am Rhein eine neue Tragkraftspritze in Empfang genommen werden. Zusammen mit den Kameraden der Alzeyer Wehr, die auch eine neue Spritze bekamen, fuhren die beiden Wehrf√ľhrer Toni Kratz und Georg Kreel nach Neuwied. Mit Hilfe des Mannschaftstransportwagens der Alzeyer Wehr sollten die beiden Spritzen gen Heimat transportiert werden. Bei der Nachhausefahrt kam es jedoch zu einem schweren Unfall, bei dem ein PKW dem Transportwagen in H√∂he der Ortschaft Welgesheim die Vorfahrt nahm. Der Transportwagen wurde gerammt und √ľberschlug sich, Georg Kreel wurde schwer verletzt, Toni Kratz kam mit leichteren Verletzungen davon.

Im Jahre 1964 wurde ein neues Ger√§tehaus gebaut. Das alte Ger√§tehaus wurde zur Installation der Sanit√§ranlagen f√ľr das ehemalige Schulhaus, dem heutigen Dorfgemeinschaftsraum, ben√∂tigt. Der Rohbau des neuen Ger√§tehauses konnte bis Jahresende fertiggestellt werden.

Dank der aktiven Mithilfe der Kameraden konnte das Ger√§tehaus im August 1965 eingeweiht werden. Toni Kratz, der die Maler- und Putzerarbeiten in Eigenleistung ausf√ľhrte, erhielt von der Gemeinde 650,- DM f√ľr die ausgef√ľhrten Arbeiten. Die Unkosten abgezogen, √ľbergab Toni Kratz 400,- DM an die Mannschaftskasse der Wehr. Aus den Geldern der Mannschaftskasse konnten viele weitere Anschaffungen get√§tigt werden, um beispielsweise den neuen Unterrichtsraum besser auszustatten. Des Weiteren geh√∂rte neben dem Unterrichtsraum und der Ger√§tehalle auch ein Schlauchtrocknungsturm zum neuen Feuerwehrhaus.

 

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FW Gabsheim 1965 k
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Die Feuerwehr Gabsheim 1965

oben von links:
Hugo Palzer, Ewald Spenkuch,
Heinrich R√ľckesh√§user, Cletus Sch√§fer,
Erich Kreit, Reinhold Stark,
Hans Rossi, Hans Klaus Michel,
Hubert Michel, Werner Dreibus

unten von links:
Heinrich Kraus, Georg Kreel (stv. Wehrf√ľhrer),
Richard Kraus, Toni Kratz (Wehrf√ľhrer),
Gerhard Dreibus, Norbert R√ľckesh√§user,
Georg Karl R√ľckesh√§user, Gerhard Schuch

 

 


Die Sechziger Jahre gingen mit Neuerungen weiter, denn im November 1966 wurde durch die Ortsgemeinde in Antrag gebilligt, ein nach eigenem Entwurf zu bauendes Tankl√∂schfahrzeug in Auftrag zu geben, welches am 28. Februar 1968 der Wehr √ľbergeben werden konnte. Dieses Tankl√∂schfahrzeug, eine einmalig Sonderanfertigung, die es nirgendwo sonst gibt, wurde dann sogleich bei der Wehrleitertagung in Wonsheim vorgef√ľhrt. "Das Fass", wie der Tankl√∂schanh√§nger liebevoll von den Kameraden der Wehr seither genannt wird, hat sich in zahlreichen Eins√§tzen bew√§hrt und niemand m√∂chte es mehr missen.

Die technische Modernisierung ging mit gro√üen Schritten weiter, und so wurde im Juni 1967 eine Sirene f√ľr den Luftschutz und zur Alarmierung der Feuerwehr auf dem Dach des Hauses Rossi installiert.

Noch im Anschaffungsjahr bestand der Tankl√∂schanh√§nger seine Feuertaufe. Am 29.11.1967 brach ein Feuer in einem Stall aus, welches aber durch das schnelle Eingreifen der Wehr und der neuen technischen Ausr√ľstung rasch unter Kontrolle gebracht wurde, bevor es gr√∂√üeren Schaden anrichten konnte.

Die Ausr√ľstung der Feuerwehr wurde weiterhin kontinuierlich verbessert und so wurde 1968 ein Schauml√∂schger√§t erworben, womit nunmehr eine gr√∂√üere Bandbreite an Brandklassen abgedeckt werden konnte. Dass auch Feuerwehrm√§nner selbst nicht vor Br√§nden gefeit sind, wurde am 11. Dezember 1969 √ľberdeutlich, als gegen 22.30h ein Feuer im Schlafzimmer unseres heutigen Ehrenwehrf√ľhrers und Schirmherren des Jubil√§ums, Toni Kratz, ausbrach. Dieses wurde durch die Wehr mit zwei 12-Kilogramm Pulverl√∂schern erfolgreich bek√§mpft und durch den schnellen und effektiven Einsatz konnte gr√∂√üerer Schaden verhindert werden.

W√§hrend der Jahre 1969 - 1971 √ľbernahm Werner Dreibus die Wehrf√ľhrung, nachdem Toni Kratz 1969 sich aus pers√∂nlichen Gr√ľnden aus dem Amt zur√ľckgezogen hatte. 1971 √ľbernahm Toni Kratz wieder die Wehrf√ľhrung und Werner Dreibus stand ihm als Stellvertreter zur Seite.

Auch 1970 wurden die Floriansj√ľnger wieder an die Spritze gerufen, um einen Zimmerbrand zu bek√§mpfen, und auch hier konnte durch den schnellen Einsatz ein √úbergreifen der Flammen verhindert werden.

Die Eins√§tze zeigten, wie wichtig eine gute und moderne Ausr√ľstung ist und so wurden im darauffolgenden Jahr zwei weitere Atemschutzmasken sowie auch zehn Ausgehuniformen beschafft. Neben den zahlreichen √úbungen wurde auch nicht vergessen, die Kameradschaft zu pflegen und 1974 ein Ausflug nach Salzburg veranstaltet. Eine Bootsfahrt auf dem K√∂nigsee sowie eine Besichtigung des Salzbergwerks geh√∂rten zu den H√∂hepunkten des Ausfluges. Zwei Jahre nach der Besichtigung Salzburgs f√ľhrte eine Feuerwehrfahrt 1976 erneut nach √Ėsterreich. Die sch√∂ne Stadt Wien wurde besucht und nat√ľrlich auch die dortige Feuerwehr besichtigt.

Im Jahr 1977 wurde der Grundstein f√ľr eine weitere Attraktion der Freiwilligen Feuerwehr Gabsheim gelegt, den "Wigwam". Nachdem ein entsprechendes Gel√§nde durch Philipp Burkart zur Verf√ľgung gestellt wurde, gestalteten die Kameraden in Eigenleistung das inzwischen weithin bekannte Freizeitgel√§nde ,,Wigwam". Seinen Namen erhielt das Gel√§nde von der im Stile eines Indianerzeltes, eines Wigwams, errichteten Grillh√ľtte. Seither findet dort einmal j√§hrlich das Wigwamfest der freiwilligen Feuerwehr statt, eine Veranstaltung, die viele Besucher anlockt und den Kontakt zwischen der Feuerwehr und den B√ľrgern intensiviert. Daneben dient es den Wehrm√§nnern auch zur Pflege der Kameradschaft, unter anderem findet hier auch die allj√§hrliche Maifeier statt.

1978 wurde mit einem Frischluftschlauchatmer erstmalig ein Atemschutzger√§t erworben, welches von der direkten Umgebungsluft unabh√§ngig ist, da Frischluft √ľber einen langen Schlauch von au√üen zugef√ľhrt wird. Insbesondere in einem Weindorf wie Gabsheim war diese eine wichtige Anschaffung, da es der Feuerwehr nunmehr die M√∂glichkeit gab, im Falle von Kellerunf√§llen mit G√§rgasen sofort Hilfe zu leisten, ohne Leben und Gesundheit des Feuerwehrmannes zu gef√§hrden. Somit wuchsen die Ausr√ľstung und auch das Spektrum der Einsatzm√∂glichkeiten unserer Feuerwehr zwar langsam, aber doch kontinuierlich an.

Das Freizeitgel√§nde wurde weiter ausgebaut und mit Spielger√§ten versehen, um auch Kindern Besch√§ftigungsm√∂glichkeiten zu bieten. Es sind aber nicht nur die Kinder, welche die neu errichtete Schaukel und Wippe nutzen, sondern auch bei dem einen oder anderen Feuerwehrmann erfreuen sich die Spielger√§te gewisser Beliebtheit. √úberhaupt war 1978 ein ereignisreiches Jahr f√ľr die Gabsheimer Feuerwehr, denn es begann bereits im Februar mit einer der kuriosesten Alarmierungen in der Geschichte unserer Feuerwehr. Ein amerikanischer Besucher hatte den Alarmknopf der Sirene mit der T√ľrklingel der Familie Rossi verwechselt. Neben diesem Fehlalarm wurde die Wehr zu zwei richtigen Eins√§tzen gerufen, n√§mlich zu einer Hochwasserhilfe in Wallertheim im Mai sowie zu einem Gro√übrand am 03. Dezember in Gabsheim, bei dem eine Scheune fast v√∂llig ausbrannte. Hierbei zeigte sich, dass sich das regelm√§√üige Training auszahlte, denn bereits vier Minuten nach dem ersten Sirenensignal erfolgte an der Einsatzstelle der Befehl "Wasser marsch", wodurch ein √úbergreifen des Brandes auf benachbarte Geb√§ude verhindert wurde.

In diesem Jahr wurde auch zur Pflege der Kameradschaft ein Ausflug nach Spanien unternommen, an den sich alle Teilnehmer noch immer mit gro√üer Begeisterung erinnern. Dass die Gabsheimer Feuerwehr schon immer vorausschauend handelte, zeigte sich insbesondere in der Gr√ľndung der Jugendfeuerwehr durch Toni Kratz im Jahre 1979, als erste Jugendfeuerwehr innerhalb der Verbandsgemeinde W√∂rrstadt. Zwar wurden seit den sechziger Jahren vereinzelt Jugendfeuerwehren im Bundesgebiet gegr√ľndet, jedoch stie√üen die "Kinderfeuerwehren", wie sie teilweise sp√∂ttisch genannt wurden, mancherorts noch auf Skepsis und Ablehnung. Diese Skepsis hielt aber nicht lange an und dem Gabsheimer Beispiel folgten im Laufe der Jahre auch die √ľbrigen Ortsgemeinden. Der Titel, die erste Jugendfeuerwehr in der Verbandsgemeinde gegr√ľndet zu haben, war Gabsheim nicht mehr zu nehmen.

Im Jahre 1980 wurde die Wehr zweimal alarmiert, wobei es sich jeweils um √Ėlofenbr√§nde handelte. Es zeigte sich, dass die Wehr ihre hervorragende Einsatzbereitschaft durch zahlreiche √úbungen auf sehr hohem Niveau hielt, denn wieder dauerte es nur 4 Minuten vom ersten Ton der Sirene bis der Befehl "Wasser marsch" an der Einsatzstelle erfolgte.

Die Modernisierung der Wehr schritt weiter voran, denn im November wurde ein TSF, ein Ford Transit, angeschafft, um den vielfältigen Herausforderungen an eine moderne Feuerwehr gerecht zu werden.

Der H√∂hepunkt in der bisherigen Geschichte der Feuerwehr war zweifelsohne das Feuerwehrfest zum 100-j√§hrigen Jubil√§um 1982. √úber insgesamt 5 Tage, von Donnerstag, dem 17. bis Montag, dem 21. Juni 1982 sorgte die Feuerwehr mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Attraktionen f√ľr ein Feuerwerk der Unterhaltung und guten Laune. H√∂hepunkt des Festes bildete sicherlich der beachtliche Festumzug. Angef√ľhrt von der Jugendfeuerwehr Gabsheim, den Kameraden der aktiven Wehr, sowie den Gabsheimer Ortsvereinen folgte ein Festzug mit 56 (!) Zugnummern, bestehend aus 49 Feuerwehren von nah und fern sowie 7 Musikkapellen mit zusammen √ľber 1400 aktiven Feuerwehrleuten. Die an vielen Ecken und in H√∂fen eingerichteten "Tankstellen" entlang des Zuges sorgten daf√ľr, dass trotz des hei√üen Wetters kein Teilnehmer verdurstete oder √ľberfordert wurde.

Im Jahr 1983 konnten sich die von dem Feuerwehrfest gestressten Kameraden bei einem Ausflug nach Italien erholen. An der Adria wurde in Riccione ein Hotel ausgew√§hlt, welches nur 70 Meter vom Strand entfernt lag und somit optimale Voraussetzungen f√ľr eine gute Erholung bot. Neben dem klassischen Strandurlaub wurden aber auch zahlreiche kulturelle Ausfl√ľge, so etwa nach Venedig, unternommen.

Im gleichen Jahr konnten sich die Wehrm√§nner bei einem Besuch der Flughafenfeuerwehr in Frankfurt direkt √ľber die neuesten technischen Errungenschaften der gr√∂√üten deutschen Flughafenfeuerwehr informieren.

Im Jahr 1984 wurde die Wehr wieder zu einem Einsatz gerufen. Es brannte ein Schilffeld am Rande des kleinen Wäldchens an der Straße zwischen Gabsheim und Schornsheim, welches von der Polizei bemerkt wurde, die daraufhin die Feuerwehr alarmierte. Der Brand war schnell unter Kontrolle gebracht und verursachte keinen weiteren Schaden.

Anl√§sslich des zweiten Verbandsgemeindefeuerwehrfestes in Partenheim nahm die Gabsheimer Wehr mit einer Wettkampftruppe den Vergleich mit den √ľbrigen Wehren der Verbandsgemeinde auf und erreichte einen achtbaren sechsten Platz. Vor dem Hintergrund, dass Gabsheim eine der kleinsten Gemeinden der Verbandsgemeinde ist, ist das ein sehr gutes Ergebnis.

1985 war ein trauriges Jahr f√ľr die Kameraden, da der Freund und G√∂nner der Feuerwehr, Philipp Gisbert aus Darmstadt, verstarb, der noch drei Jahre zuvor mit 93 Jahren die Schirmherrschaft des Jubil√§umsfestes √ľbernommen hatte.

Das Weinfest der Verbandsgemeinde, welches 1986 in Gabsheim stattfand, war f√ľr die Feuerwehr ein voller Erfolg, nicht zuletzt auch deshalb, da man doch von den Erfahrungen des Jubil√§umsfestes von 1982 profitieren konnte.
Die Feuerwehr musste in diesem Jah
r nur zu einem kleinen Einsatz ausr√ľcken, da ein Strohstock in der N√§he des Sportplatzes in Brand geraten war. Da keine Gef√§hrdung von dem Feuer ausging, entschloss sich die Einsatzleitung dieses kontrolliert unter Aufsicht ausbrennen zu lassen, wodurch umfangreiche Aufr√§umarbeiten mit nassem Stroh vermieden wurden.

1987 erhielt die Wehr endlich ein neues Fahrzeug, welches auch f√ľr den Einsatz mit schwerem Atemschutzger√§t ausger√ľstet war. Es wurden sechs Feuerwehrleute auf den entsprechenden Lehrgang entsandt, um auf den Einsatz unter schwerem Atemschutz geschult zu werden. Im gleichen Jahr fand auch ein Wechsel in der Leitung der Jugendfeuerwehr statt. Joachim Illy √ľbergab das Amt des Jungendwartes an Stefan Wagner, welcher seinerseits nach einem Jahr die Leitung 1988 an Thomas Michel weitergab.

Mit Gl√ľck und der sch√ľtzenden Hand des Heiligen Florian entging die Feuerwehr im Jahr 1988 einem gro√üen Ungl√ľck. Am 14. Januar 1988 alarmierte die Sirene die Kameraden, welche zu einem Wohnhausbrand in der Storchengasse ausr√ľckten. Dank des schnellen Einsatzes war das Feuer, welches bereits auf einen Anbau √ľbergegriffen hatte, nach nur 30 Minuten unter Kontrolle und nach zwei Stunden v√∂llig gel√∂scht. W√§hrend dieses Einsatzes, bei dem auch erstmalig der schwere Atemschutz zum Einsatz kam, st√ľrzte der Schornstein des Hauses ein und fiel zu Boden, gen au an die Stelle, wo Minuten zuvor noch vier Feuerwehrleute ihren Dienst versahen. Es muss wohl die Hand des St. Florian gewesen sein, die den Schornstein festhielt bis die Kameraden diese Stelle verlassen hatten, so dass die fallenden Tr√ľmmer zum Gl√ľck nur ein Strahlrohr und einen C- Schlauch zerschmetterten, und keine Menschen verletzt wurden.

Die Achtziger Jahre endeten mit dem 10 j√§hrigen Jubil√§um der Jugendfeuerwehr im Jahre 1989. Hierbei wurden in einer gemeinsamen Veranstaltung auch der langj√§hrige Wehrf√ľhrer Toni Kratz verabschiedet und zum Ehrenwehrf√ľhrer ernannt, sowie dessen Nachfolger, Joachim Illy verpflichtet. Die Feuerwehr besuchte in diesem Jahr das Feuerwehrfest in St. Blasien im Schwarzwald, wo die Jugend und einige Junggebliebene in der urigen Bergh√ľtte der dortigen Feuerwehr untergebracht waren, wohingegen die verheirateten Kameraden lieber auf die Annehmlichkeiten der √∂rtlichen Hotelgastronomie zur√ľckgriffen.

In den Neunziger Jahren wurde der Wandel in der Technik sowie in den Anforderungen an die Feuerwehr besonders deutlich. W√§hrend noch in den siebziger Jahren der √Ėlofenbrand ein mehr oder weniger regelm√§√üiges Ereignis war, welches die Kameraden der Wehr forderte, ging diese Art von Einsatz bereits im Laufe der Achtziger Jahre zur√ľck und so musste die Wehr in den Jahren ab 1990 zu keinem einzigen Wohnungs- oder Zimmerbrand in Gabsheim mehr ausr√ľcken. Dennoch wird auch dieses Szenario nach wie vor st√§ndig ge√ľbt, um die Sicherheit unserer Mitmenschen zu gew√§hrleisten. Gleichzeitig fand auch eine Anpassung an den Wandel der Zeit statt, denn mehr und mehr r√ľckten Eins√§tze rund um den Stra√üenverkehr in das Zentrum der Feuerwehrt√§tigkeit.

Obgleich 1990 und 1991 ruhige Feuerwehrjahre waren, wurde die st√§ndige √úbung nicht vernachl√§ssigt, wobei auch in Gemeinschafts√ľbungen auf die ver√§nderte Gef√§hrdungslage eingegangen wurde. Unter anderem wurde auch eine Gemeinschafts√ľbung von den Wehren der gesamten Verbandsgemeinde abgehalten, wobei das Szenario eines Flugzeugabsturzes simuliert wurde, nat√ľrlich in der Hoffnung das hier erprobte K√∂nnen nie einsetzen zu m√ľssen.

Am 22. November 1992 heulte um 22.15 Uhr die Sirene auf und rief die M√§nner der Wehr zum Einsatz. Ein Auto, das in der N√§he des Borkenresch brannte, wurde sogleich gel√∂scht. Einen weiteren Fahrzeugbrand musste die Wehr am 16.September 1993 um 23.21 Uhr bek√§mpfen. Es stand ein Auto in der N√§he des ehemaligen Schuttabladeplatzes in hellen Flammen. Zwar wurden diese schnell gel√∂scht, aber das Auto war schon dem Raub der Flammen zum Opfer gefallen. Welche Hitze solch ein Brand entwickelt, lie√ü sich sehr eindrucksvoll an dem geschmolzenen Motorblock erkennen. Es nahmen durch die eigentliche Brandeinwirkung keine Menschen Schaden, jedoch erlitt der Mitb√ľrger, der den Brand meldete, in Folge der Aufregung einen leichten Herzinfarkt, konnte aber von dem herbeigerufenen Notarzt gut versorgt und sicher ins Krankenhaus gebracht werden.

Die gesellschaftliche Entwicklung spiegelt sich auch in der Feuerwehr wider und die Zeichen der Moderne erkennend, kam von Jugendwart Thomas Michel die Anregung, k√ľnftig auch M√§dchen in die Jugendfeuerwehr aufzunehmen. Jedoch wollte er dies nur tun, wenn diese auch die Perspektive h√§tten, in den aktiven Feuerwehrdienst aufgenommen zu werden. Folglich stellte er am 07. April 1993 bei der aktiven Wehr einen entsprechenden Antrag, welcher mit breiter Mehrheit von 15 Ja Stimmen bei nur 3 Enthaltungen und keiner Gegenstimme angenommen wurde. Wie bereits bei der Gr√ľndung der Jugendfeuerwehren zeigte die Gabsheimer Feuerwehr auch hier, dass Sie die Zeichen der Zeit erkannt hatte, denn zu diesem Zeitpunkt waren weibliche Feuerwehrleute noch eher die Ausnahme und nicht so selbstverst√§ndlich wie heutzutage.

Ebenfalls 1993 legte Wehrf√ľhrer Joachim IIly sein Amt aus pers√∂nlichen Gr√ľnden nieder und der stellvertretende Wehrf√ľhrer Hans-Klaus Michel √ľbernahm die Wehrf√ľhrung mit der Ma√ügabe, er wolle dieses Amt nicht l√§nger als 2 Jahre aus√ľben und es sollten weitere Kameraden die Feuerwehrschule in Koblenz besuchen um den Lehrgang zum Gruppenf√ľhrer zu absolvieren, um die geforderten Voraussetzungen f√ľr eine Wehrf√ľhrung zu erlangen.

Ihr Können stellte die Gabsheimer Feuerwehr auch wieder 1994 anlässlich einer Sternfahrt in Partenheim unter Beweis, wobei es ihr gelang, den ersten Platz zu erringen.

1995 konnte die Feuerwehr ein neues Feuerwehrhaus beziehen, das nach siebenmonatiger Bauzeit am 18. November seiner Bestimmung und den Kameraden √ľbergeben wurde. Dies war ein gro√üer Schritt f√ľr die Feuerwehr, aber auch f√ľr die beteiligten Gemeinden. Vor allem f√ľr die Verbandsgemeinde W√∂rrstadt, die als Tr√§ger der Feuerwehr den L√∂wenanteil der Baukosten in H√∂he von ca. 325.000 DM aufbringen musste. Landeszusch√ľsse wurden in H√∂he von 83.000 DM gew√§hrt. Einen gro√üen Beitrag leistet hierzu auch die Ortsgemeinde, welche das Baugrundst√ľck kostenlos zur Verf√ľgung stellte und somit erheblich dazu beitrug, dass Gabsheim ein zeitgem√§√ües und funktionelles Feuerwehrhaus bekam.

Nach einem Jahr Pause stand 1996 wieder die Sternfahrt in Partenheim auf dem Programm und es galt, dort den Titel zu verteidigen. Dieser Aufgabe stellten sich erneut drei Kameraden, welche das selbst gesteckte Ziel der Titelverteidigung souverän meisterten und wiederum den ersten Platz errangen.

Im Jahr 1997 engagierten sich die Feuerwehrkameraden in besonderem Ma√üe bei Renovierungsarbeiten auf dem Freizeitgel√§nde, denn die Sitzgelegenheiten am Wigwam erhielten unter Federf√ľhrung des Kameraden J√ľrgen Ritzenhofen eine neue √úberdachung. Auch der Tankl√∂schanh√§nger "das Fass", unser weltweit einmaliges L√∂schfahrzeug, wurde general√ľberholt, wobei hier Manfred Rossi die Koordination der Einsatzkr√§fte √ľbernahm.

Auch 1998 wurden die Renovierungsarbeiten an unserem Wigwamgel√§nde unter Federf√ľhrung von Kamerad Ritzenhofen fortgesetzt und der Grillplatz neu √ľberdacht. Nachdem die √úberdachung fertig gestellt war, bewies Ehrenwehrf√ľhrer Toni Kratz erneut wie aktiv er ist und strich die neuen Bauten spontan mit von ihm gespendeter Holzschutzlasur. Sowohl in der aktiven Wehr als auch in der Jugendfeuerwehr wurde der Staffelstab weitergereicht. Jugendwart Thomas Michel √ľbergab sein Amt nach zehnj√§hriger T√§tigkeit an Jens Baumg√§rtner. Am 09. Dezember 1998 fand dann auch eine Wahl zum Wehrf√ľhrer statt, da Wehrf√ľhrer Hans-Klaus Michel sich aus dem Amt zum Jahreswechsel aus pers√∂nlichen Gr√ľnden zur√ľckziehen wollte. Zum neuen Wehrf√ľhrer wurde Thomas W√ľst gew√§hlt, stellvertretender Wehrf√ľhrer wurde Michael Sch√§fer.

Die Entpflichtung von Hans-Klaus Michel sowie die Verpflichtung von Thomas W√ľst und Michael Sch√§fer fanden anl√§sslich des 20-j√§hrigen Jubil√§ums der Jugendfeuerwehr am 11. Juni 1999 statt.

1999 war ein bewegtes Jahr, denn nicht nur das Jubil√§um der Jugendfeuerwehr sowie ein Wechsel in der F√ľhrung, sondern auch mehrere Eins√§tze sorgten neben √úbungen f√ľr gesteigerte Aktivit√§ten der Wehr. Am 24. April 1999 wurde die Wehr zu einem Brandeinsatz im Altersheim in W√∂rrstadt gerufen. Insbesondere die Atemschutztruppen waren hier zur Rettung der Bewohner aus dem verqualmten Geb√§ude gefragt. Am 13. August 1999 wurde die Feuerwehr gleich zu zwei Eins√§tzen gerufen. Nachdem zun√§chst Sicherungsaufgaben anl√§sslich eines Verkehrsunfalls wahrgenommen wurden, folgte nur wenige Stunden sp√§ter ein Brandeinsatz. Eine wilde Abfallablagerung war in der Gemarkung in Brand geraten und wurde rasch gel√∂scht. Am 03. November 1999 wurde die Wehr zu einem der bisher schwersten Unf√§lle an der Landstra√üe zwischen Gabsheim und Schornsheim gerufen. Die Feuerwehr √ľbernahm dabei die Sicherung und Absperrung der Unfallstelle und stellte die Ausleuchtung des Sportplatzes sicher, damit der Rettungshubschrauber dort sicher landen und starten konnte. Das Jahr 2000 stand im Zeichen des Umbaus des Wigwams. Am 11. M√§rz war es dann soweit. Nach 23 Jahren wurde der "alte Wigwam" abgerissen. Eine Woche sp√§ter, am 17. M√§rz, begann der Neuaufbau. Die Federf√ľhrung und Planung lag wiederum in den bew√§hrten und verantwortungsvollen H√§nden von J√ľrgen Ritzenhofen. Dank guter Planung stand nach kurzer Zeit der "neue Wigwam", der etwas gr√∂√üer ist als sein Vorg√§nger und auch im Hinblick auf die Sitzgelegenheiten deutlich mehr Komfort bietet. Auch die Tradition des Feuerwehrausfluges wurde mit einem sehr sch√∂nen Ausflug an den Starnberger See weiter gepflegt. Einsatztechnisch musste die Feuerwehr am 01. Februar 2000 zu einem Fl√§chenbrand ausr√ľcken, da in der N√§he des W√§ldchens "im Tal" eine wilde Ablagerung von Holz und Gartenabf√§llen in Brand geraten war. Dieses Feuer wurde schnell gel√∂scht, ohne dass ein Schaden entstanden war.

Auch zu zwei kleineren Eins√§tzen musste die Feuerwehr 2001 wieder ausr√ľcken, wobei es sich einmal um einen kleineren Brand in der N√§he des Sportplatzes handelte, der keinen L√∂scheinsatz erforderte. Der zweite Einsatz war eine kleinere technische Hilfeleistung anl√§sslich eines Verkehrsunfalls auf der Landstra√üe zwischen Gabsheim und Schornsheim.

Am 08. April 2002 gab es den wohl gr√∂√üten Strohbrand in der Geschichte Gabsheims. Ein riesiger Strohhaufen mit 1000 Gro√üballen √° 300 Kilogramm, also insgesamt 300 Tonnen Stroh, standen vermutlich aufgrund von Brandstiftung in Flammen. Da keine unmittelbare Gefahr f√ľr Menschen oder andere Sachwerte bestand, wurde beschlossen das Feuer kontrolliert ausbrennen zu lassen. Vorsorglich wurde die Wasserversorgung hergestellt und so weit aufgebaut, dass in dem Falle, in dem der Wind brennendes Stroh in die N√§he von Geb√§uden tragen sollte, sofort eingegriffen werden kann. Danach wurden Brandwachen eingeteilt und das Feuer konnte unter Aufsicht kontrolliert ausbrennen, ohne dass jemand gef√§hrdet wurde.

An Fronleichnam, dem 30. Mai 2002, wurde das 25 j√§hrige Bestehen des Wigwam-Freizeitgel√§ndes gefeiert. Zu diesem Anlass veranstaltete die Jugendfeuerwehr eine Schau√ľbung zur richtigen L√∂schung eines Fettbrandes, z.B. in der K√ľche, und wie durch falsches Verhalten eine Fettexplosion ausgel√∂st wird und welche Auswirkungen dabei entstehen. Die beeindruckende Demonstration fand besonders gro√üe Resonanz bei den zahlreichen Besuchern.

Nachdem in den Jahren zuvor das Wigwam-Gel√§nde zahlreiche Modernisierungen erfuhr, entschlossen sich die Feuerwehrkameraden im Jahr 2003 auch die Toilettenanlage zu renovieren. Wiederum unter Anleitung von Kamerad J√ľrgen Ritzenhofen wurde ein neues Toilette-hausnebst Abstellraum in Eigenhilfe errichtet und damit die sanit√§re Situation am Freizeitgel√§nde Wigwam erheblich verbessert.

Im Oktober 2003 brannte im Ort auf der Hauptstra√üe ein Auto, das L√∂schen war f√ľr die Wehr aber kein Problem, obwohl aufgrund der gro√üen Hitzeentwicklung die Motorhaube nicht ge√∂ffnet werden konnte. Ein beherzter Hieb mit der Feuerwehraxt konnte dieses Problem jedoch rasch l√∂sen und der brennende Motor war schnell gel√∂scht.

Dass die Zeit schnell vergeht, wurde allen Kameraden bewusst als 2004 bereits das 25 j√§hrige Jubil√§um der Jugendfeuerwehr anstand, obgleich es dem einen oder anderen Gr√ľndungsmitglied so vorkam, als sei die Gr√ľndung der Jugendfeuerwehr "gerade gestern" gewesen. Anl√§sslich dieses Jubil√§ums wurde ein Jugendfeuerwehrfest veranstaltet. Neben Jugendfeuerwehrspielen wurde auch auf Kreisebene der M√ľnch-Braun-Ged√§chtnispokal ausgetragen. Die Organisation des Festes durch den Jugendwart Jens Baumg√§rtner wurde allgemein gelobt. Jens Baumg√§rtner √ľbergab nach diesem erfolgreichen Jubil√§um das Amt des Jugendwartes an seinen Nachfolger Thomas Georg, der seit dem die Jugendfeuerwehr betreut.

Anl√§sslich eines Verkehrsunfalls √ľbernahm die Feuerwehr am 15. November 2005 wieder einmal die Absicherung einer Unfallstelle auf der Landstra√üe zwischen Schornsheim und Gabsheim, welche sich bereits in der Vergangenheit als sehr unfalltr√§chtig erwiesen hat.

Der Katholische Musikverein Gabsheim feierte im Jahr 2005 sein 75 j√§hriges Bestehen und die Feuerwehr √ľbernahm in diesem Zusammenhang einige Hilfsaufgaben, um den Verein zu unterst√ľtzen, wie z.B. die Parkplatz√ľberwachung und Lotsenfunktion.

Im Jahre 2006 erf√ľllte sich zwar nicht die Hoffnung ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug, ein TSF zu erhalten, aber zumindest die Tragkraftspritze, im Volksmund "Pumpe" genannt, wurde ausgetauscht. Anbetracht des Umstandes, dass die alte "Pumpe" noch aus einer Zeit stammt, zu der die meisten Kameraden, welche sie bedienen sollten, noch nicht einmal geboren waren, war die Anschaffung sicherlich kein Luxus.

Einsatztechnisch stellte das Jahr 2006 die Feuerwehr vor ihre bisher gr√∂√üte Herausforderung zur Menschenrettung, obgleich kein Feuer im Spiel war. Zur medizinischen Versorgung einer nicht mehr gehf√§higen Person war es erforderlich, die W√∂rrst√§dter Kameraden mit der Drehleiter zu alarmieren. Da das Treppenhaus sehr eng war, konnte dieses nicht mit einer Trage passiert werden, weshalb die Person nur mittels Drehleiter aus dem Fenster des Dachgeschosses gerettet und danach an die Sanit√§ter des DRK √ľbergeben werden konnte.

Des Weiteren mussten die Kameraden am 08. April 2006 erneut ausr√ľcken, um einen Fl√§chenbrand an dem ehemaligen Schuttabladeplatz zu bek√§mpfen, sowie am 17. Juni 2006 technische Hilfe bei einem Verkehrsunfall auf der Landstra√üe zwischen Gabsheim und Bechtolsheim leisten.

Im Mai 2006 stand √ľber Christi-Himmelfahrt wieder ein mehrt√§giger Ausflug an. Wie bereits 1974 war das Salzkammergut das Ziel. Neben der obligatorischen Bergwerksf√ľhrung und dem Besuch der Gedenkst√§dte am Obersalzberg wurde auch die Salzburger Feuerwehr besichtigt. Der .Bayerische Abend" im Gasthaus Schmelz sorgte, auch durch die kurzweilige Gestaltung durch den Wirt, f√ľr einen z√ľnftigen Ausklang.

Das Jahr 2007, welches unter dem Zeichen der 125-j√§hrigen Jubil√§ums steht, begann mit der Entpflichtung des Wehrf√ľhrers Thomas W√ľst, der Ende 2006 sein Amt aus pers√∂nlichen Gr√ľnden niederlegte. Seitdem wird die Wehr von dem stellvertretenden Wehrf√ľhrer Michael Sch√§fer gef√ľhrt.

Zurzeit besteht die aktive Wehr aus 25 Feuerwehrmännern und 2 Feuerwehrfrauen, wobei 7 Kameraden die Ausbildung zum Brandmeister absolviert haben. Insbesondere durch die gute Jugendarbeit hat die Wehr ein niedriges Durchschnittsalter von nur 31 Jahren. Dies gewährleistet, dass auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die personelle Situation gut und der Brandschutz in Gabsheim auf Dauer sichergestellt ist.

Im Rahmen der Vorbereitung dieses Jubil√§ums hat sich gezeigt, dass die Feuerwehr eine enge Verbindung zu der Bev√∂lkerung hat und dort gro√üen R√ľckhalt und Unterst√ľtzung erf√§hrt. Dies freut uns nat√ľrlich sehr, sehen wir doch, dass die vielen Stunden, die wir uns in den Dienst der Allgemeinheit stellen, auch die entsprechende Anerkennung finden.

Wir bedanken uns bei allen Freunden, F√∂rderern und Unterst√ľtzern und w√ľnschen allen Besuchern und Teilnehmern an unserem Jubil√§um eine gute Unterhaltung und viel Vergn√ľgen.

So verbleiben wir mit dem Wahlspruch der Feuerwehr "Gott zur Ehr' - dem Nächsten zur Wehr" auf dass in weiteren 25 Jahren die Feuerwehr Gabsheim ihr 150-jähriges Bestehen feiert.

 

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Feuerwehr

 © Heyko Heykena,Gabsheim, Germany