Die Geschichte der Feuerwehr Gabsheim
Aus der Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum im Jahre 2007  -  von C. Geier, S. Kratz
 


Das Element "Feuer" war schon immer ein wichtiger Bestandteil der Menschheit. So groß sein Nutzen auch ist, so groß ist auch die Gefahr, die von ihm ausgeht. Schon Friedrich Schiller formulierte in seinem Lied von der Glocke:

" Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt bewacht. Doch wehe wenn die Himmelsmacht den Fesseln sich entrafft. "

Seit Menschen sich in Gruppen, Dörfern und Städten zusammenschlossen, gehören Feuer- und Brandschutz zu einem wichtigen Bestandteil des gemeinschaftlichen Zusammenlebens.

Im Jahre 767 wird Gabsheim erstmals in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt. Giselbertus aus dem fränkischen " Geisbotesheim" (Gabsheim) schenkte dem Kloster drei Morgen Äcker und Weinberge. Im Jahre 768 bestieg Karl der Große den Thron. Er regierte bis 814 und war mit Kaiserin Hildegard verheiratet, welche eine mütterliche Freundschaft zur Heiligen Lioba aus dem benachbarten Scoronisheim, dem heutigen Schornsheim, pflegte. Karl der Große erließ während seiner Amtszeit eine Verfügung, in der festgehalten wurde, dass auf jedem Hof Feuerwachen eingeteilt werden müssen, da bei den Häusern mit Strohdächern und den Fachwerkhäusern aus Holzkonstruktionen große Feuergefahr bestünde. Angesichts dieser historischen Tatsache kann man sagen, dass der Brandschutz in der Gemeinde bereits seit mehr als 1200 Jahren verankert ist.

In der Zeit der französischen Besatzung, während der Gabsheim zum Kanton Wörrstadt und dieser wiederum zum Departement Donnersberg zählte, erließ der französische Präfekt einen Beschluss, ".... wonach es Pflicht der öffentlichen Verwaltung ist, die in ihrer Gewalt liegenden Vorkehrungsmittel gegen solche durch Zufall veranlassten Feuersbrünste, die in dem hiesigen Departement häufig geworden sind, so lange anzuwenden, bis die Regierung in ihrer Sorgfalt eigene Maßregeln über diesen wichtigen Gegenstand wird getroffen haben".

Es liegt eine Übersichtsliste vom 25. Dezember 1819 vor, in welcher festgehalten wurde, dass sich zum damaligen Zeitpunkt 85 Feuereimer, zwei Leitern und drei Hacken im Besitz der Gemeinde befanden. Bis zum Jahre 1822 erhöhte sich die Zahl der Löscheimer auf 90, wobei die Zahl von 1 00 Eimern, deren Anschaffung zwar 1820 beschlossen wurde, nie erreicht wurde, da die nötigen Gelder fehlten.

In einem Schreiben vom 20. September 1839 an das Großherzogliche Kreisamt in Alzey, fordert der damalige Ortsvorsteher Grode die Anschaffung einer neuen Feuerleiter. Die alte Feuerleiter befinde sich in einem Zustand, so Grode, der eine ordnungsgemäße Wiederherstellung nicht mehr ermögliche.

Aus dem Jahre 1840 ist noch eine .Feuerlösch-Ordnung" vorhanden, wonach der
,,1.Dirigent des Ganzen der Großherzogliche Bürgermeister, im Falle er verhindert wäre, der Großherzogliehe Beigeordnete sei".

Einen Brand am 20. und 21. September 1850 nahm die Großherzogliche Regierungskommission des Regierungsbezirks Mainz zum Anlass, an den Gabsheimer Bürgermeister zu schreiben und zur Stellungnahme aufzufordern, ob und mit welchen Mitteln die Gemeinde Gabsheim sich eine Feuerspritze anschaffen könne. Die Gemeinde bezog in einem Schreiben vom 04. November 1850 Stellung und verdeutlichte, dass es für die Gemeinde finanziell sehr schwierig sei, eine solche Spritze anzuschaffen, da zur Unterstellung auch ein Spritzenhaus von Nöten sei.

Die Großherzogliche Regierungskommission forderte daraufhin die Gemeinde auf, die Spritze anzuschaffen, da sie äußerst notwendig sei. Die Gemeinde solle die Spritze durch finanzielle Umlagen nach und nach in ihren Besitz bringen.

Wie schwierig diese Finanzierung für die Gemeinde war, beweist ein Schriftstück vom 23. Dezember 1856. Erst zu diesem Zeitpunkt war es für die Gemeinde möglich, die geforderte Spritze anzuschaffen, da erst am gleichen Tag ein Kostenvoranschlag und eine Beschreibung der Feuerspritze für die Ortsgemeinde vorlagen.

Die Spritze konnte im darauf folgenden Jahr endlich in den Dienst der Gemeinde gestellt werden.

Der Branddirektor der Mainzer Feuerwehr erstellte am 19. April 1859 ein Gutachten über die Leistungen der Spritze.

"Anleitung zur Errichtung der Pflichtfeuerwehr bzw. der Hülfsgemeinschaft der freiwilligen Feuerwehr", so heißt es In einem Dokument aus dem Jahre 1882, welches sogleich d Gründungsjahr der Gabsheimer Feuerwehr belegt.

13 Jahre später, im Jahre 1895, zählte Gabsheim 638 Einwohner. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Feuerwehr aus133 aktiven Mitgliedern, einschließlich der Chargen und der Signalisten. Acht Wehrleute waren als Steiger ausgebildet

Diese Zahlen sind dem Bericht des damaligen Landesverbandes hessischer Feuerwehren über das Feuerlöschwesen zu entnehmen.

Darüber hinaus weist der Bericht darauf hin, dass die Gabsheimer Wehr unter der Leitung des damaligen Kommandanten und Landwirtes, Johann Kreel, über keinerlei Uniformen, Helme und Mützen verfügte.
Außerdem waren Fachliteratur, Tragbahren, Verbandstaschen und Sanitätskästen ebenso wenig vorhanden, wie die fachgerechte Ausbildung der Wehrleute im Sanitätsdienst.

An dieser Stelle muss man darauf hinweisen, dass der Gabsheimer Wehr Zuschüsse sowohl von der Landesfeuerlöschkasse als auch von anderer Seite verwehrt blieben.

Von 1891 bis 1895 wurden von der Gemeinde 500 Mark für das Feuerwehrwesen ausgegeben.

Am 18. Februar 1911 berichtete der Kreisfeuerwehrinspektor Schmuck vom Großherzoglichen Kreisamt Oppenheim über eine von ihm durchgeführte Inspektion der Feuerlöscheinrichtungen der Ortsgemeinde Gabsheim.
Sechzig Meter Schlauch sollten laut Schmuck auf der großen Spritze unte
rgebracht werden, der Rest auf dem Hydrantenwagen. Vorhanden waren zu diesem Zeitpunkt 270 Meter Normal-Schlauch und 30 Meter für die kleine Spritze, 45 Zinkeimer und 4 Petroleumfackeln. Beide Spritzen seien gebrauchsfertig und ansonsten sei alles in Ordnung, so Schmuck am Ende seines Berichtes.

1932 wurde die Freiwillige Feuerwehr unter der Leitung ihres ersten Kommandanten Anton Kratz gegründet. Johann Illy fungierte als Stellvertreter. Johann Kratz wurde zum ersten Zeugwart ernannt. Johann Janzer wurde 1935 zur Feuerwehr- Fachschule nach Mainz geschickt und 1936 nach bestandener Abschlussprüfung vom damaligen Kreisamt Oppenheim zum Abteilungsleiter ernannt. Im Dezember 1936 trat er das Amt des 2.Wehrleiters an.

 

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FW Gabsheim 1933 k
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Die Feuerwehr Gabsheim bei einem Umzug in Oppenheim im Jahre 1932.

 

 


1937 erhielt die Wehr vom damaligen Kreisbrandinspektor Werner Nierstein bei einer Inspektion die Note "SEHR GUT". Dies lag vor allem an der ausgezeichneten Ausbildung der Wehrleute.

Am 20. Mai 1938 beteiligte sich die Freiwillige Feuerwehr Gabsheim am Kreisfeuerwehrtag in Nieder-Olm. Im gleichen Jahr unternahmen die Kameraden den ersten gemeinsamen Ausflug nach Frankfurt/Main und besichtigten den Tiergarten, den Palmengarten, den Römer und den Flughafen.

Dann kam der zweite Weltkrieg und viele Wehrmänner mussten in den Krieg. Nun wurden auch weibliche Personen, wie in den Protokollbüchern vermerkt, zum Wehrdienst herangezogen, da es an Wehrmännern fehlte. In der Kriegszeit von 1939 - 1945 musste die Gabsheimer Wehr den Verlust von 15 aktiven Wehrleuten schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Gegen Kriegsende wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Gabsheim zur Brandbekämpfung in die durch Luftangriffe zum größten Teil zerstörte Stadt Mainz abberufen.

Nach Kriegsende bedurfte es einer Genehmigung der damaligen französischen Militärregierung, um eine Freiwillige Feuerwehr aufzustellen. Am 29. März 1957 konnte unter der Leitung des neuen und alten Kommandanten Johann Janzer die Freiwillige Feuerwehr Gabsheim wieder gegründet werden, ihm zur Seite stand eine zwanzig Mann starke Truppe.

Um die Wehr besser auszurüsten wurden auch fördernde Mitglieder. aufgenommen. Der erste Kommandant und Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr von 1933, Anton Kratz, wurde zum Ehrenkommandanten der Wehr ernannt.
Stellvertretender Wehrführer wurde Georg Kreel.

Einer Niederschrift vom 12. Mai 1961 ist zu entnehmen, dass die Freiwillige Feuerwehr 62 zahlende und damit fördernde Mitglieder zu verzeichnen hatte.

Am 15. Juni 1961 wurde Toni Kratz zum Wehrführer ernannt. Im selben Jahr konnte in Neuwied am Rhein eine neue Tragkraftspritze in Empfang genommen werden. Zusammen mit den Kameraden der Alzeyer Wehr, die auch eine neue Spritze bekamen, fuhren die beiden Wehrführer Toni Kratz und Georg Kreel nach Neuwied. Mit Hilfe des Mannschaftstransportwagens der Alzeyer Wehr sollten die beiden Spritzen gen Heimat transportiert werden. Bei der Nachhausefahrt kam es jedoch zu einem schweren Unfall, bei dem ein PKW dem Transportwagen in Höhe der Ortschaft Welgesheim die Vorfahrt nahm. Der Transportwagen wurde gerammt und überschlug sich, Georg Kreel wurde schwer verletzt, Toni Kratz kam mit leichteren Verletzungen davon.

Im Jahre 1964 wurde ein neues Gerätehaus gebaut. Das alte Gerätehaus wurde zur Installation der Sanitäranlagen für das ehemalige Schulhaus, dem heutigen Dorfgemeinschaftsraum, benötigt. Der Rohbau des neuen Gerätehauses konnte bis Jahresende fertiggestellt werden.

Dank der aktiven Mithilfe der Kameraden konnte das Gerätehaus im August 1965 eingeweiht werden. Toni Kratz, der die Maler- und Putzerarbeiten in Eigenleistung ausführte, erhielt von der Gemeinde 650,- DM für die ausgeführten Arbeiten. Die Unkosten abgezogen, übergab Toni Kratz 400,- DM an die Mannschaftskasse der Wehr. Aus den Geldern der Mannschaftskasse konnten viele weitere Anschaffungen getätigt werden, um beispielsweise den neuen Unterrichtsraum besser auszustatten. Des Weiteren gehörte neben dem Unterrichtsraum und der Gerätehalle auch ein Schlauchtrocknungsturm zum neuen Feuerwehrhaus.

 

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FW Gabsheim 1965 k
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Die Feuerwehr Gabsheim 1965

oben von links:
Hugo Palzer, Ewald Spenkuch,
Heinrich Rückeshäuser, Cletus Schäfer,
Erich Kreit, Reinhold Stark,
Hans Rossi, Hans Klaus Michel,
Hubert Michel, Werner Dreibus

unten von links:
Heinrich Kraus, Georg Kreel (stv. Wehrführer),
Richard Kraus, Toni Kratz (Wehrführer),
Gerhard Dreibus, Norbert Rückeshäuser,
Georg Karl Rückeshäuser, Gerhard Schuch

 

 


Die Sechziger Jahre gingen mit Neuerungen weiter, denn im November 1966 wurde durch die Ortsgemeinde in Antrag gebilligt, ein nach eigenem Entwurf zu bauendes Tanklöschfahrzeug in Auftrag zu geben, welches am 28. Februar 1968 der Wehr übergeben werden konnte. Dieses Tanklöschfahrzeug, eine einmalig Sonderanfertigung, die es nirgendwo sonst gibt, wurde dann sogleich bei der Wehrleitertagung in Wonsheim vorgeführt. "Das Fass", wie der Tanklöschanhänger liebevoll von den Kameraden der Wehr seither genannt wird, hat sich in zahlreichen Einsätzen bewährt und niemand möchte es mehr missen.

Die technische Modernisierung ging mit großen Schritten weiter, und so wurde im Juni 1967 eine Sirene für den Luftschutz und zur Alarmierung der Feuerwehr auf dem Dach des Hauses Rossi installiert.

Noch im Anschaffungsjahr bestand der Tanklöschanhänger seine Feuertaufe. Am 29.11.1967 brach ein Feuer in einem Stall aus, welches aber durch das schnelle Eingreifen der Wehr und der neuen technischen Ausrüstung rasch unter Kontrolle gebracht wurde, bevor es größeren Schaden anrichten konnte.

Die Ausrüstung der Feuerwehr wurde weiterhin kontinuierlich verbessert und so wurde 1968 ein Schaumlöschgerät erworben, womit nunmehr eine größere Bandbreite an Brandklassen abgedeckt werden konnte. Dass auch Feuerwehrmänner selbst nicht vor Bränden gefeit sind, wurde am 11. Dezember 1969 überdeutlich, als gegen 22.30h ein Feuer im Schlafzimmer unseres heutigen Ehrenwehrführers und Schirmherren des Jubiläums, Toni Kratz, ausbrach. Dieses wurde durch die Wehr mit zwei 12-Kilogramm Pulverlöschern erfolgreich bekämpft und durch den schnellen und effektiven Einsatz konnte größerer Schaden verhindert werden.

Während der Jahre 1969 - 1971 übernahm Werner Dreibus die Wehrführung, nachdem Toni Kratz 1969 sich aus persönlichen Gründen aus dem Amt zurückgezogen hatte. 1971 übernahm Toni Kratz wieder die Wehrführung und Werner Dreibus stand ihm als Stellvertreter zur Seite.

Auch 1970 wurden die Floriansjünger wieder an die Spritze gerufen, um einen Zimmerbrand zu bekämpfen, und auch hier konnte durch den schnellen Einsatz ein Übergreifen der Flammen verhindert werden.

Die Einsätze zeigten, wie wichtig eine gute und moderne Ausrüstung ist und so wurden im darauffolgenden Jahr zwei weitere Atemschutzmasken sowie auch zehn Ausgehuniformen beschafft. Neben den zahlreichen Übungen wurde auch nicht vergessen, die Kameradschaft zu pflegen und 1974 ein Ausflug nach Salzburg veranstaltet. Eine Bootsfahrt auf dem Königsee sowie eine Besichtigung des Salzbergwerks gehörten zu den Höhepunkten des Ausfluges. Zwei Jahre nach der Besichtigung Salzburgs führte eine Feuerwehrfahrt 1976 erneut nach Österreich. Die schöne Stadt Wien wurde besucht und natürlich auch die dortige Feuerwehr besichtigt.

Im Jahr 1977 wurde der Grundstein für eine weitere Attraktion der Freiwilligen Feuerwehr Gabsheim gelegt, den "Wigwam". Nachdem ein entsprechendes Gelände durch Philipp Burkart zur Verfügung gestellt wurde, gestalteten die Kameraden in Eigenleistung das inzwischen weithin bekannte Freizeitgelände ,,Wigwam". Seinen Namen erhielt das Gelände von der im Stile eines Indianerzeltes, eines Wigwams, errichteten Grillhütte. Seither findet dort einmal jährlich das Wigwamfest der freiwilligen Feuerwehr statt, eine Veranstaltung, die viele Besucher anlockt und den Kontakt zwischen der Feuerwehr und den Bürgern intensiviert. Daneben dient es den Wehrmännern auch zur Pflege der Kameradschaft, unter anderem findet hier auch die alljährliche Maifeier statt.

1978 wurde mit einem Frischluftschlauchatmer erstmalig ein Atemschutzgerät erworben, welches von der direkten Umgebungsluft unabhängig ist, da Frischluft über einen langen Schlauch von außen zugeführt wird. Insbesondere in einem Weindorf wie Gabsheim war diese eine wichtige Anschaffung, da es der Feuerwehr nunmehr die Möglichkeit gab, im Falle von Kellerunfällen mit Gärgasen sofort Hilfe zu leisten, ohne Leben und Gesundheit des Feuerwehrmannes zu gefährden. Somit wuchsen die Ausrüstung und auch das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten unserer Feuerwehr zwar langsam, aber doch kontinuierlich an.

Das Freizeitgelände wurde weiter ausgebaut und mit Spielgeräten versehen, um auch Kindern Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. Es sind aber nicht nur die Kinder, welche die neu errichtete Schaukel und Wippe nutzen, sondern auch bei dem einen oder anderen Feuerwehrmann erfreuen sich die Spielgeräte gewisser Beliebtheit. Überhaupt war 1978 ein ereignisreiches Jahr für die Gabsheimer Feuerwehr, denn es begann bereits im Februar mit einer der kuriosesten Alarmierungen in der Geschichte unserer Feuerwehr. Ein amerikanischer Besucher hatte den Alarmknopf der Sirene mit der Türklingel der Familie Rossi verwechselt. Neben diesem Fehlalarm wurde die Wehr zu zwei richtigen Einsätzen gerufen, nämlich zu einer Hochwasserhilfe in Wallertheim im Mai sowie zu einem Großbrand am 03. Dezember in Gabsheim, bei dem eine Scheune fast völlig ausbrannte. Hierbei zeigte sich, dass sich das regelmäßige Training auszahlte, denn bereits vier Minuten nach dem ersten Sirenensignal erfolgte an der Einsatzstelle der Befehl "Wasser marsch", wodurch ein Übergreifen des Brandes auf benachbarte Gebäude verhindert wurde.

In diesem Jahr wurde auch zur Pflege der Kameradschaft ein Ausflug nach Spanien unternommen, an den sich alle Teilnehmer noch immer mit großer Begeisterung erinnern. Dass die Gabsheimer Feuerwehr schon immer vorausschauend handelte, zeigte sich insbesondere in der Gründung der Jugendfeuerwehr durch Toni Kratz im Jahre 1979, als erste Jugendfeuerwehr innerhalb der Verbandsgemeinde Wörrstadt. Zwar wurden seit den sechziger Jahren vereinzelt Jugendfeuerwehren im Bundesgebiet gegründet, jedoch stießen die "Kinderfeuerwehren", wie sie teilweise spöttisch genannt wurden, mancherorts noch auf Skepsis und Ablehnung. Diese Skepsis hielt aber nicht lange an und dem Gabsheimer Beispiel folgten im Laufe der Jahre auch die übrigen Ortsgemeinden. Der Titel, die erste Jugendfeuerwehr in der Verbandsgemeinde gegründet zu haben, war Gabsheim nicht mehr zu nehmen.

Im Jahre 1980 wurde die Wehr zweimal alarmiert, wobei es sich jeweils um Ölofenbrände handelte. Es zeigte sich, dass die Wehr ihre hervorragende Einsatzbereitschaft durch zahlreiche Übungen auf sehr hohem Niveau hielt, denn wieder dauerte es nur 4 Minuten vom ersten Ton der Sirene bis der Befehl "Wasser marsch" an der Einsatzstelle erfolgte.

Die Modernisierung der Wehr schritt weiter voran, denn im November wurde ein TSF, ein Ford Transit, angeschafft, um den vielfältigen Herausforderungen an eine moderne Feuerwehr gerecht zu werden.

Der Höhepunkt in der bisherigen Geschichte der Feuerwehr war zweifelsohne das Feuerwehrfest zum 100-jährigen Jubiläum 1982. Über insgesamt 5 Tage, von Donnerstag, dem 17. bis Montag, dem 21. Juni 1982 sorgte die Feuerwehr mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Attraktionen für ein Feuerwerk der Unterhaltung und guten Laune. Höhepunkt des Festes bildete sicherlich der beachtliche Festumzug. Angeführt von der Jugendfeuerwehr Gabsheim, den Kameraden der aktiven Wehr, sowie den Gabsheimer Ortsvereinen folgte ein Festzug mit 56 (!) Zugnummern, bestehend aus 49 Feuerwehren von nah und fern sowie 7 Musikkapellen mit zusammen über 1400 aktiven Feuerwehrleuten. Die an vielen Ecken und in Höfen eingerichteten "Tankstellen" entlang des Zuges sorgten dafür, dass trotz des heißen Wetters kein Teilnehmer verdurstete oder überfordert wurde.

Im Jahr 1983 konnten sich die von dem Feuerwehrfest gestressten Kameraden bei einem Ausflug nach Italien erholen. An der Adria wurde in Riccione ein Hotel ausgewählt, welches nur 70 Meter vom Strand entfernt lag und somit optimale Voraussetzungen für eine gute Erholung bot. Neben dem klassischen Strandurlaub wurden aber auch zahlreiche kulturelle Ausflüge, so etwa nach Venedig, unternommen.

Im gleichen Jahr konnten sich die Wehrmänner bei einem Besuch der Flughafenfeuerwehr in Frankfurt direkt über die neuesten technischen Errungenschaften der größten deutschen Flughafenfeuerwehr informieren.

Im Jahr 1984 wurde die Wehr wieder zu einem Einsatz gerufen. Es brannte ein Schilffeld am Rande des kleinen Wäldchens an der Straße zwischen Gabsheim und Schornsheim, welches von der Polizei bemerkt wurde, die daraufhin die Feuerwehr alarmierte. Der Brand war schnell unter Kontrolle gebracht und verursachte keinen weiteren Schaden.

Anlässlich des zweiten Verbandsgemeindefeuerwehrfestes in Partenheim nahm die Gabsheimer Wehr mit einer Wettkampftruppe den Vergleich mit den übrigen Wehren der Verbandsgemeinde auf und erreichte einen achtbaren sechsten Platz. Vor dem Hintergrund, dass Gabsheim eine der kleinsten Gemeinden der Verbandsgemeinde ist, ist das ein sehr gutes Ergebnis.

1985 war ein trauriges Jahr für die Kameraden, da der Freund und Gönner der Feuerwehr, Philipp Gisbert aus Darmstadt, verstarb, der noch drei Jahre zuvor mit 93 Jahren die Schirmherrschaft des Jubiläumsfestes übernommen hatte.

Das Weinfest der Verbandsgemeinde, welches 1986 in Gabsheim stattfand, war für die Feuerwehr ein voller Erfolg, nicht zuletzt auch deshalb, da man doch von den Erfahrungen des Jubiläumsfestes von 1982 profitieren konnte.
Die Feuerwehr musste in diesem Jah
r nur zu einem kleinen Einsatz ausrücken, da ein Strohstock in der Nähe des Sportplatzes in Brand geraten war. Da keine Gefährdung von dem Feuer ausging, entschloss sich die Einsatzleitung dieses kontrolliert unter Aufsicht ausbrennen zu lassen, wodurch umfangreiche Aufräumarbeiten mit nassem Stroh vermieden wurden.

1987 erhielt die Wehr endlich ein neues Fahrzeug, welches auch für den Einsatz mit schwerem Atemschutzgerät ausgerüstet war. Es wurden sechs Feuerwehrleute auf den entsprechenden Lehrgang entsandt, um auf den Einsatz unter schwerem Atemschutz geschult zu werden. Im gleichen Jahr fand auch ein Wechsel in der Leitung der Jugendfeuerwehr statt. Joachim Illy übergab das Amt des Jungendwartes an Stefan Wagner, welcher seinerseits nach einem Jahr die Leitung 1988 an Thomas Michel weitergab.

Mit Glück und der schützenden Hand des Heiligen Florian entging die Feuerwehr im Jahr 1988 einem großen Unglück. Am 14. Januar 1988 alarmierte die Sirene die Kameraden, welche zu einem Wohnhausbrand in der Storchengasse ausrückten. Dank des schnellen Einsatzes war das Feuer, welches bereits auf einen Anbau übergegriffen hatte, nach nur 30 Minuten unter Kontrolle und nach zwei Stunden völlig gelöscht. Während dieses Einsatzes, bei dem auch erstmalig der schwere Atemschutz zum Einsatz kam, stürzte der Schornstein des Hauses ein und fiel zu Boden, gen au an die Stelle, wo Minuten zuvor noch vier Feuerwehrleute ihren Dienst versahen. Es muss wohl die Hand des St. Florian gewesen sein, die den Schornstein festhielt bis die Kameraden diese Stelle verlassen hatten, so dass die fallenden Trümmer zum Glück nur ein Strahlrohr und einen C- Schlauch zerschmetterten, und keine Menschen verletzt wurden.

Die Achtziger Jahre endeten mit dem 10 jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr im Jahre 1989. Hierbei wurden in einer gemeinsamen Veranstaltung auch der langjährige Wehrführer Toni Kratz verabschiedet und zum Ehrenwehrführer ernannt, sowie dessen Nachfolger, Joachim Illy verpflichtet. Die Feuerwehr besuchte in diesem Jahr das Feuerwehrfest in St. Blasien im Schwarzwald, wo die Jugend und einige Junggebliebene in der urigen Berghütte der dortigen Feuerwehr untergebracht waren, wohingegen die verheirateten Kameraden lieber auf die Annehmlichkeiten der örtlichen Hotelgastronomie zurückgriffen.

In den Neunziger Jahren wurde der Wandel in der Technik sowie in den Anforderungen an die Feuerwehr besonders deutlich. Während noch in den siebziger Jahren der Ölofenbrand ein mehr oder weniger regelmäßiges Ereignis war, welches die Kameraden der Wehr forderte, ging diese Art von Einsatz bereits im Laufe der Achtziger Jahre zurück und so musste die Wehr in den Jahren ab 1990 zu keinem einzigen Wohnungs- oder Zimmerbrand in Gabsheim mehr ausrücken. Dennoch wird auch dieses Szenario nach wie vor ständig geübt, um die Sicherheit unserer Mitmenschen zu gewährleisten. Gleichzeitig fand auch eine Anpassung an den Wandel der Zeit statt, denn mehr und mehr rückten Einsätze rund um den Straßenverkehr in das Zentrum der Feuerwehrtätigkeit.

Obgleich 1990 und 1991 ruhige Feuerwehrjahre waren, wurde die ständige Übung nicht vernachlässigt, wobei auch in Gemeinschaftsübungen auf die veränderte Gefährdungslage eingegangen wurde. Unter anderem wurde auch eine Gemeinschaftsübung von den Wehren der gesamten Verbandsgemeinde abgehalten, wobei das Szenario eines Flugzeugabsturzes simuliert wurde, natürlich in der Hoffnung das hier erprobte Können nie einsetzen zu müssen.

Am 22. November 1992 heulte um 22.15 Uhr die Sirene auf und rief die Männer der Wehr zum Einsatz. Ein Auto, das in der Nähe des Borkenresch brannte, wurde sogleich gelöscht. Einen weiteren Fahrzeugbrand musste die Wehr am 16.September 1993 um 23.21 Uhr bekämpfen. Es stand ein Auto in der Nähe des ehemaligen Schuttabladeplatzes in hellen Flammen. Zwar wurden diese schnell gelöscht, aber das Auto war schon dem Raub der Flammen zum Opfer gefallen. Welche Hitze solch ein Brand entwickelt, ließ sich sehr eindrucksvoll an dem geschmolzenen Motorblock erkennen. Es nahmen durch die eigentliche Brandeinwirkung keine Menschen Schaden, jedoch erlitt der Mitbürger, der den Brand meldete, in Folge der Aufregung einen leichten Herzinfarkt, konnte aber von dem herbeigerufenen Notarzt gut versorgt und sicher ins Krankenhaus gebracht werden.

Die gesellschaftliche Entwicklung spiegelt sich auch in der Feuerwehr wider und die Zeichen der Moderne erkennend, kam von Jugendwart Thomas Michel die Anregung, künftig auch Mädchen in die Jugendfeuerwehr aufzunehmen. Jedoch wollte er dies nur tun, wenn diese auch die Perspektive hätten, in den aktiven Feuerwehrdienst aufgenommen zu werden. Folglich stellte er am 07. April 1993 bei der aktiven Wehr einen entsprechenden Antrag, welcher mit breiter Mehrheit von 15 Ja Stimmen bei nur 3 Enthaltungen und keiner Gegenstimme angenommen wurde. Wie bereits bei der Gründung der Jugendfeuerwehren zeigte die Gabsheimer Feuerwehr auch hier, dass Sie die Zeichen der Zeit erkannt hatte, denn zu diesem Zeitpunkt waren weibliche Feuerwehrleute noch eher die Ausnahme und nicht so selbstverständlich wie heutzutage.

Ebenfalls 1993 legte Wehrführer Joachim IIly sein Amt aus persönlichen Gründen nieder und der stellvertretende Wehrführer Hans-Klaus Michel übernahm die Wehrführung mit der Maßgabe, er wolle dieses Amt nicht länger als 2 Jahre ausüben und es sollten weitere Kameraden die Feuerwehrschule in Koblenz besuchen um den Lehrgang zum Gruppenführer zu absolvieren, um die geforderten Voraussetzungen für eine Wehrführung zu erlangen.

Ihr Können stellte die Gabsheimer Feuerwehr auch wieder 1994 anlässlich einer Sternfahrt in Partenheim unter Beweis, wobei es ihr gelang, den ersten Platz zu erringen.

1995 konnte die Feuerwehr ein neues Feuerwehrhaus beziehen, das nach siebenmonatiger Bauzeit am 18. November seiner Bestimmung und den Kameraden übergeben wurde. Dies war ein großer Schritt für die Feuerwehr, aber auch für die beteiligten Gemeinden. Vor allem für die Verbandsgemeinde Wörrstadt, die als Träger der Feuerwehr den Löwenanteil der Baukosten in Höhe von ca. 325.000 DM aufbringen musste. Landeszuschüsse wurden in Höhe von 83.000 DM gewährt. Einen großen Beitrag leistet hierzu auch die Ortsgemeinde, welche das Baugrundstück kostenlos zur Verfügung stellte und somit erheblich dazu beitrug, dass Gabsheim ein zeitgemäßes und funktionelles Feuerwehrhaus bekam.

Nach einem Jahr Pause stand 1996 wieder die Sternfahrt in Partenheim auf dem Programm und es galt, dort den Titel zu verteidigen. Dieser Aufgabe stellten sich erneut drei Kameraden, welche das selbst gesteckte Ziel der Titelverteidigung souverän meisterten und wiederum den ersten Platz errangen.

Im Jahr 1997 engagierten sich die Feuerwehrkameraden in besonderem Maße bei Renovierungsarbeiten auf dem Freizeitgelände, denn die Sitzgelegenheiten am Wigwam erhielten unter Federführung des Kameraden Jürgen Ritzenhofen eine neue Überdachung. Auch der Tanklöschanhänger "das Fass", unser weltweit einmaliges Löschfahrzeug, wurde generalüberholt, wobei hier Manfred Rossi die Koordination der Einsatzkräfte übernahm.

Auch 1998 wurden die Renovierungsarbeiten an unserem Wigwamgelände unter Federführung von Kamerad Ritzenhofen fortgesetzt und der Grillplatz neu überdacht. Nachdem die Überdachung fertig gestellt war, bewies Ehrenwehrführer Toni Kratz erneut wie aktiv er ist und strich die neuen Bauten spontan mit von ihm gespendeter Holzschutzlasur. Sowohl in der aktiven Wehr als auch in der Jugendfeuerwehr wurde der Staffelstab weitergereicht. Jugendwart Thomas Michel übergab sein Amt nach zehnjähriger Tätigkeit an Jens Baumgärtner. Am 09. Dezember 1998 fand dann auch eine Wahl zum Wehrführer statt, da Wehrführer Hans-Klaus Michel sich aus dem Amt zum Jahreswechsel aus persönlichen Gründen zurückziehen wollte. Zum neuen Wehrführer wurde Thomas Wüst gewählt, stellvertretender Wehrführer wurde Michael Schäfer.

Die Entpflichtung von Hans-Klaus Michel sowie die Verpflichtung von Thomas Wüst und Michael Schäfer fanden anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Jugendfeuerwehr am 11. Juni 1999 statt.

1999 war ein bewegtes Jahr, denn nicht nur das Jubiläum der Jugendfeuerwehr sowie ein Wechsel in der Führung, sondern auch mehrere Einsätze sorgten neben Übungen für gesteigerte Aktivitäten der Wehr. Am 24. April 1999 wurde die Wehr zu einem Brandeinsatz im Altersheim in Wörrstadt gerufen. Insbesondere die Atemschutztruppen waren hier zur Rettung der Bewohner aus dem verqualmten Gebäude gefragt. Am 13. August 1999 wurde die Feuerwehr gleich zu zwei Einsätzen gerufen. Nachdem zunächst Sicherungsaufgaben anlässlich eines Verkehrsunfalls wahrgenommen wurden, folgte nur wenige Stunden später ein Brandeinsatz. Eine wilde Abfallablagerung war in der Gemarkung in Brand geraten und wurde rasch gelöscht. Am 03. November 1999 wurde die Wehr zu einem der bisher schwersten Unfälle an der Landstraße zwischen Gabsheim und Schornsheim gerufen. Die Feuerwehr übernahm dabei die Sicherung und Absperrung der Unfallstelle und stellte die Ausleuchtung des Sportplatzes sicher, damit der Rettungshubschrauber dort sicher landen und starten konnte. Das Jahr 2000 stand im Zeichen des Umbaus des Wigwams. Am 11. März war es dann soweit. Nach 23 Jahren wurde der "alte Wigwam" abgerissen. Eine Woche später, am 17. März, begann der Neuaufbau. Die Federführung und Planung lag wiederum in den bewährten und verantwortungsvollen Händen von Jürgen Ritzenhofen. Dank guter Planung stand nach kurzer Zeit der "neue Wigwam", der etwas größer ist als sein Vorgänger und auch im Hinblick auf die Sitzgelegenheiten deutlich mehr Komfort bietet. Auch die Tradition des Feuerwehrausfluges wurde mit einem sehr schönen Ausflug an den Starnberger See weiter gepflegt. Einsatztechnisch musste die Feuerwehr am 01. Februar 2000 zu einem Flächenbrand ausrücken, da in der Nähe des Wäldchens "im Tal" eine wilde Ablagerung von Holz und Gartenabfällen in Brand geraten war. Dieses Feuer wurde schnell gelöscht, ohne dass ein Schaden entstanden war.

Auch zu zwei kleineren Einsätzen musste die Feuerwehr 2001 wieder ausrücken, wobei es sich einmal um einen kleineren Brand in der Nähe des Sportplatzes handelte, der keinen Löscheinsatz erforderte. Der zweite Einsatz war eine kleinere technische Hilfeleistung anlässlich eines Verkehrsunfalls auf der Landstraße zwischen Gabsheim und Schornsheim.

Am 08. April 2002 gab es den wohl größten Strohbrand in der Geschichte Gabsheims. Ein riesiger Strohhaufen mit 1000 Großballen á 300 Kilogramm, also insgesamt 300 Tonnen Stroh, standen vermutlich aufgrund von Brandstiftung in Flammen. Da keine unmittelbare Gefahr für Menschen oder andere Sachwerte bestand, wurde beschlossen das Feuer kontrolliert ausbrennen zu lassen. Vorsorglich wurde die Wasserversorgung hergestellt und so weit aufgebaut, dass in dem Falle, in dem der Wind brennendes Stroh in die Nähe von Gebäuden tragen sollte, sofort eingegriffen werden kann. Danach wurden Brandwachen eingeteilt und das Feuer konnte unter Aufsicht kontrolliert ausbrennen, ohne dass jemand gefährdet wurde.

An Fronleichnam, dem 30. Mai 2002, wurde das 25 jährige Bestehen des Wigwam-Freizeitgeländes gefeiert. Zu diesem Anlass veranstaltete die Jugendfeuerwehr eine Schauübung zur richtigen Löschung eines Fettbrandes, z.B. in der Küche, und wie durch falsches Verhalten eine Fettexplosion ausgelöst wird und welche Auswirkungen dabei entstehen. Die beeindruckende Demonstration fand besonders große Resonanz bei den zahlreichen Besuchern.

Nachdem in den Jahren zuvor das Wigwam-Gelände zahlreiche Modernisierungen erfuhr, entschlossen sich die Feuerwehrkameraden im Jahr 2003 auch die Toilettenanlage zu renovieren. Wiederum unter Anleitung von Kamerad Jürgen Ritzenhofen wurde ein neues Toilette-hausnebst Abstellraum in Eigenhilfe errichtet und damit die sanitäre Situation am Freizeitgelände Wigwam erheblich verbessert.

Im Oktober 2003 brannte im Ort auf der Hauptstraße ein Auto, das Löschen war für die Wehr aber kein Problem, obwohl aufgrund der großen Hitzeentwicklung die Motorhaube nicht geöffnet werden konnte. Ein beherzter Hieb mit der Feuerwehraxt konnte dieses Problem jedoch rasch lösen und der brennende Motor war schnell gelöscht.

Dass die Zeit schnell vergeht, wurde allen Kameraden bewusst als 2004 bereits das 25 jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr anstand, obgleich es dem einen oder anderen Gründungsmitglied so vorkam, als sei die Gründung der Jugendfeuerwehr "gerade gestern" gewesen. Anlässlich dieses Jubiläums wurde ein Jugendfeuerwehrfest veranstaltet. Neben Jugendfeuerwehrspielen wurde auch auf Kreisebene der Münch-Braun-Gedächtnispokal ausgetragen. Die Organisation des Festes durch den Jugendwart Jens Baumgärtner wurde allgemein gelobt. Jens Baumgärtner übergab nach diesem erfolgreichen Jubiläum das Amt des Jugendwartes an seinen Nachfolger Thomas Georg, der seit dem die Jugendfeuerwehr betreut.

Anlässlich eines Verkehrsunfalls übernahm die Feuerwehr am 15. November 2005 wieder einmal die Absicherung einer Unfallstelle auf der Landstraße zwischen Schornsheim und Gabsheim, welche sich bereits in der Vergangenheit als sehr unfallträchtig erwiesen hat.

Der Katholische Musikverein Gabsheim feierte im Jahr 2005 sein 75 jähriges Bestehen und die Feuerwehr übernahm in diesem Zusammenhang einige Hilfsaufgaben, um den Verein zu unterstützen, wie z.B. die Parkplatzüberwachung und Lotsenfunktion.

Im Jahre 2006 erfüllte sich zwar nicht die Hoffnung ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug, ein TSF zu erhalten, aber zumindest die Tragkraftspritze, im Volksmund "Pumpe" genannt, wurde ausgetauscht. Anbetracht des Umstandes, dass die alte "Pumpe" noch aus einer Zeit stammt, zu der die meisten Kameraden, welche sie bedienen sollten, noch nicht einmal geboren waren, war die Anschaffung sicherlich kein Luxus.

Einsatztechnisch stellte das Jahr 2006 die Feuerwehr vor ihre bisher größte Herausforderung zur Menschenrettung, obgleich kein Feuer im Spiel war. Zur medizinischen Versorgung einer nicht mehr gehfähigen Person war es erforderlich, die Wörrstädter Kameraden mit der Drehleiter zu alarmieren. Da das Treppenhaus sehr eng war, konnte dieses nicht mit einer Trage passiert werden, weshalb die Person nur mittels Drehleiter aus dem Fenster des Dachgeschosses gerettet und danach an die Sanitäter des DRK übergeben werden konnte.

Des Weiteren mussten die Kameraden am 08. April 2006 erneut ausrücken, um einen Flächenbrand an dem ehemaligen Schuttabladeplatz zu bekämpfen, sowie am 17. Juni 2006 technische Hilfe bei einem Verkehrsunfall auf der Landstraße zwischen Gabsheim und Bechtolsheim leisten.

Im Mai 2006 stand über Christi-Himmelfahrt wieder ein mehrtägiger Ausflug an. Wie bereits 1974 war das Salzkammergut das Ziel. Neben der obligatorischen Bergwerksführung und dem Besuch der Gedenkstädte am Obersalzberg wurde auch die Salzburger Feuerwehr besichtigt. Der .Bayerische Abend" im Gasthaus Schmelz sorgte, auch durch die kurzweilige Gestaltung durch den Wirt, für einen zünftigen Ausklang.

Das Jahr 2007, welches unter dem Zeichen der 125-jährigen Jubiläums steht, begann mit der Entpflichtung des Wehrführers Thomas Wüst, der Ende 2006 sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegte. Seitdem wird die Wehr von dem stellvertretenden Wehrführer Michael Schäfer geführt.

Zurzeit besteht die aktive Wehr aus 25 Feuerwehrmännern und 2 Feuerwehrfrauen, wobei 7 Kameraden die Ausbildung zum Brandmeister absolviert haben. Insbesondere durch die gute Jugendarbeit hat die Wehr ein niedriges Durchschnittsalter von nur 31 Jahren. Dies gewährleistet, dass auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die personelle Situation gut und der Brandschutz in Gabsheim auf Dauer sichergestellt ist.

Im Rahmen der Vorbereitung dieses Jubiläums hat sich gezeigt, dass die Feuerwehr eine enge Verbindung zu der Bevölkerung hat und dort großen Rückhalt und Unterstützung erfährt. Dies freut uns natürlich sehr, sehen wir doch, dass die vielen Stunden, die wir uns in den Dienst der Allgemeinheit stellen, auch die entsprechende Anerkennung finden.

Wir bedanken uns bei allen Freunden, Förderern und Unterstützern und wünschen allen Besuchern und Teilnehmern an unserem Jubiläum eine gute Unterhaltung und viel Vergnügen.

So verbleiben wir mit dem Wahlspruch der Feuerwehr "Gott zur Ehr' - dem Nächsten zur Wehr" auf dass in weiteren 25 Jahren die Feuerwehr Gabsheim ihr 150-jähriges Bestehen feiert.

 

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Feuerwehr

 © Heyko Heykena,Gabsheim, Germany